Lesefisch

Manchmal sind Bücher die besten Freunde. Aber nicht immer!

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra - Robin Sloan, Ruth Keen
"Wenn man an Bibliotheksregalen entlanggeht und mit dem Finger über Buchrücken streicht - dann spürt man unwillkürlich die Gegenwart schlummernder Seelen. Es ist nur ein Gefühl, keine Tatsache, aber vergessen Sie nicht (ich sag's noch mal): Leute glauben an noch viel seltsamere Dinge."
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra - Robin Sloan, Ruth Keen
"Aber wenn Menschen ein gewisses Alter erreicht haben, hört man irgendwie auf, sie zu fragen, warum sie bestimmte Dinge tun. Es könnte gefährlich sein."

Nicht ohne Erfolg durchgeschlagen

Die Baumwollpflücker - B. Traven

Der Held, Mr. Gale, sicherlich ziemlich viel B. Traven selbst, ist in Mexiko unterwegs, um sein Leben zu erhalten. Er nimmt Arbeit an, die er bekommen kann, akzeptiert Entlohnung, die kaum zum Leben reicht, und schlägt sich mit unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen herum.

Deutlich und klar wird geschildert, wie Ausbeutung funktioniert und wie man sich wehren kann. Mr. Gale hält sich zwar oft zurück und beobachtet. Selten mischt er sich ein, aber er hat immer eine Meinung. Obwohl die Bedingungen entmutigend sind, legt er eine erstaunliche Tatkraft an den Tag, wenn es darum geht, etwas für ein etwas besseres Leben zu tun. Er beurteilt das Geschehen mit Humor und mit klarem Menschenverstand.

Ich habe den Roman gerne gelesen, bekam ich doch eine Sicht auf ein menschliches Dasein, wie es mir jetzt und hier nicht droht. Die Lektüre holt einen schon recht auf den Boden zurück. Trotzdem ist sie oft lustig und bereitet Vergnügen.

Die Baumwollpflücker - B. Traven
"Man nimmt das Geld und fragt nicht, woher es kommt. Man kann doch nicht verhungern. Verhungern ist Selbstmord. Und Selbstmord ist eine Sünde. Aber Sünden soll man nicht begehen, das wird einen schon in der Jugend gelehrt."
Die Baumwollpflücker - B. Traven
"Der Indianer wusste, er war der Bewohner und der Bürger eines freien Landes, wo der Milionär nicht mehr Recht hat, auf dieser Bank zu sitzen, und wäre es vierundzwanzig Stunden lang, als der arme Indianer. Aber schlafen durfte er nicht auf der Bank. So weit ging die Freiheit nicht, obgleich die Bank auf dem "Platze der Freiheit" stand. Es war die Freiheit, wo derjenige, der die Autorität besitzt, den peitschen darf, der die Autorität nicht hat.Der uralte Gegensatz zweier Welten.Uralt wie die Geschichte von der Herauspeitschung aus dem Paradiese. Der uralte Gegensatz zwischen der Polizei und den Mühseligen und Beladenen und Hungernden und Schlafbedürftigen."
"Wer als Heizer auf einer Elektrolok arbeiten will, stemmt sich gegen den ökonomischen und damit auch sozialen Fortschritt. Er fuchtelt mit der nutzlosen Schippe herum, während die Lok nach dem Plan der Oberbahndirektion losfährt.
Wer angesichts des Hungers und der Unterentwicklung in vielen Ländern der Erde seine eigene Parzelle mit dem Holzpflug bearbeitet, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus Bedürfnislosigkeit einen Luxus zu machen."
Die Rebellion der Betrogenen, - Thomas Heubner

Thomas Heubner: "Die Rebellion der Betrogenen",

Kapitel "In den Katakomben des Untergrunds"

""Empire" hieß ein Film, der in der amerikanischen Hippieszene während der Blütezeit der "psychodelischen Revolution" der größte Renner war. Der Film dauerte acht Stunden, seine Handlung beschränkte sich einzig und allein auf e i n e Einstellung des Empire State Building von New York. Die ganze Dramatik besteht darin, daß in der ersten Viertelstunde nur Filmbilder zu sehen sind, die das Gebäude fast völlig von Nebel eingehüllt zeigen, während dann im weiteren "Handlungs"verlauf der allmähliche Übergang der Dämmerung in die Nacht erfolgt. "
Die Rebellion der Betrogenen, - Thomas Heubner

Thomas Heubner: "Die Rebellion der Betrogenen",

Kapitel "In den Katakomben des Untergrundes"

"Sie fielen schon äußerlich auf. Fast alles war in ihrer Kleidung erlaubt, nur konform durfte es nicht sein. Die jungen Männer ließen sich wilde Bärte wachsen, manche trugen auch die Haare etwas länger; abgetragene knielange und ausgefranste Jeans, Bermudashorts, einfache Sandalen, dunkle Sonnenbrillen, Baskenmützen, eigenartige Hüte oder andere exotische Kleidungsstücke waren sehr gefragt. Die Mädchen bevorzugten schwarze Strumpfhosen - überhaupt war Schwarz die Modefarbe -, trugen strenge Mop-Frisuren und schminkten sich nicht."
Die Rebellion der Betrogenen, - Thomas Heubner Thomas Heubner - Die Rebellion der Betrogenen, Kapitel "Die Beatniks oder Die geschlagene Generation"

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